Mittwoch, 21. Oktober 2009

gängeviertel adé?

der holländische investor hansevast hat die fällige rate für's gängeviertel gezahlt. und es sieht ganz danach aus, als ob das historische viertel, das sogar den krieg überlebt hat für ein paar "hübsche" neubauklötze platt gemacht wird.
hamburg, es lebe die gentrifizierung! pfui!


interessant dazu ist übrigens auch der artikel von christoph twickel:


http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,656270,00.html

Mittwoch, 14. Oktober 2009

vom boden der tatsachen

erich kästner






















Zeitgenossen, Haufenweise

Es ist nicht leicht, sie ohne Haß zu schildern,
und ganz unmöglich geht es ohne Hohn.
Sie haben Köpfe wie auf Abziehbildernund,
wo das Herz sein müßte, Telephon.

Sie wissen ganz genau, daß Kreise rund sind
und Invalidenbeine nur aus Holz.
Sie sprechend fließend,
und aus diesem Grund sind sie Tag und Nacht
- auch sonntags - auf sich stolz.

In ihren Händen wird aus allem Ware.
In ihrer Seele brennt elektrisch Licht.
Sie messen auch das Unberechnenbare.
Was sich nicht zählen läßt, das gibt es nicht!

Sie haben am Gehirn ernorme Schwielen,
fast als benutzten sie es als Gesäß.Sie werden rot,
wenn sie mit Kindern spielen,
die Liebe treiben sie programmgemäß.

Sie singen nie (nicht einmal im August)
ein hübsches Weihnachtslied auf offner Straße.
Sie sind nie froh und haben immer Lust.
Und denken, wenn sie denken, durch die Nase.

Sie loben unermüdlich unsre Zeit,
ganz als erhielten sie von ihr Tantiemen.
Ihr Intellekt liegt meistens doppelt breit.
Sie können sich nur noch zum Scheine schämen.

Sie haben Witz und können ihn nicht halten.
Sie wissen viel, was sie nicht verstehen.
Man muß sie sehen, wenn sie Haare spalten!
Es ist, um an den Wänden hochzugehn.

Man sollte kleine Löcher in sie schießen!
Ihr letzter Schrei wär noch ein dernier cri.
Jedoch, sie haben viel zuviel Komplicen,
als daß sie sich von uns erschießen ließen.
Man trift sie nie.

Dienstag, 13. Oktober 2009

lieblingsmusikvideos pt. 4

diesmal hat mich das video von dem lied überzeugt. eine einsame hüpfburg im wald, pj harvey und...das muss man sich einfach selbst ansehen.
wunderschön trauriges hüpfburgenspringen.

Samstag, 10. Oktober 2009

verachtung und achtung

meine verachtung gilt heute:
der frau über mir, deren lachen klingt wie das von der bösen hexe aus der zauberer von oz und weil sie seeeeeehr schwere und große füße hat. zudem hat sie mich heute um 5 oder so aus dem schlaf gerissen und mir damit meine träume geklaut. achja, und außerdem trampelt sie die treppen runter und knallt mit der tür. schleichen und flüstern sind fremdwörter für sie. hmpf.

meine achtung gilt heute:
dem komoran (vogel des jahres)
barack obama für seine dankesrede zur verleihung des friedensnobelpreises
den bäumen, die so tapfer jedem wetter stand halten
den hübsch anzusehenden und gut schmeckenden kürbissen
all den menschen die sich durch den regen quälen
dem erfinder der gummistiefel
und miranda july...einfach so.

guy maddin

haben gestern auf arte tracks einen bericht über den kanadischen filmemacher guy maddin gesehen. die filme, die er macht scheinen einfach beeindruckend schwarz-weiß knisternd retrohaft zu sein. und, weil's so schön ist will ich meine neuentdeckung auch gleich teilen...


interessant ist auch noch der spiegelonline-artikel aus dem jahr 2006:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,446374,00.html

Mittwoch, 7. Oktober 2009

lieblingsmusikvideos pt.3

manche werden wahrscheinlich verächtlich schnaufen, wenn sie das lesen...aber was solls: björk find ich zwar irgendwie faszinierend elfenhaft, aber konnte mit ihrer musik noch nie wirklich viel anfangen...aber das video zu human behaviour ist trotzdem toll. allein schon wegen igel, bär, nachtfalter und björk.

Louis Wain


Wer Louis Wain noch nicht kennt sollte dies unbedingt nachholen. ein genialer, englischer künstler aus dem 19. jahrhundert, der außerhalb großbritaniens leider viel zu unbekannt ist.
jaja, das ist alles nicht so aussagekräftig, deshalb guckt lieber dieses youtube video. taadaa:


oder werft einen blick auf diese seite:
http://www.lilitu.com/catland

Dienstag, 6. Oktober 2009

krakomanie

ab dem 6.11. darf ich wieder wöchentlich in den deichtorhallen rumstehen und werde diesmal die ausstellung von katharina fritsch beaufsichtigen. bei ihren arbeiten handelt es sich in erster Linie um lebens- und überlebensgroße plastiken von tieren und menschen aus gips, aluminium oder polyester...und als ich erkundigungen über sie einziehen wollte schlugen meine augen tatsächlich purzelbäume, denn es gibt von ihr einen oktopus. aaaaaah...nicht nur, dass kraken für mich mit zu den symphatischesten wesen zählen...nein! sie laufen mir in letzter zeit auch ständig über den weg. zum beispiel in portugal, wo auf einigen mülltonnen auch ein aufmerksamer putz- und auffegkrake abgebildet ist.







krake 1: katharina fritsch
Oktopus, 2006/2009, Metall, Polyester, Farbe, Holz, 140 x 120 x 120 cm
krake 2: unbekannt
krake 2009, papier auf mülltonne


















hier macht sich langsam der herbst breit und...ja der urlaub war schön.
ich mochte:
die sonne
das radfahren
die strände
die landschaft
den geruch - insbesondere den der feigenbäume
die natur
und diese vielen kleinen küchlein
das lesen
und hmm...ja, eigentlich so gut wie alles.
das wenige, das ich nicht mochte war:
mein von mir inzwischen als hexenschuss identifiziertes rückenleiden, das zum glück schnell abklang
der blöde flugstreik. dachte immer sowas wär ganz abenteuerlich-unterhaltsam, aber eigentlich ist das nur etwas für's nöhl- und nörgelnähkästchen
...und, dass ich diesen großartigen, alten schlappohrhund nicht mitnehmen konnte, den wohl irgend ein böser mensch ausgesetzt hat und ja...ich glaub das war eigentlich das unmögenwerteste, da es eher traurig war, als ärgerlich.